Kennst du das? Es ist Sonntagabend, du gehst im Kopf die nächste Woche durch und eigentlich hast du ein Hammer-Team am Start. Die Leute sind fähig, die Projekte spannend. Und dann spürst du einen Kloß in deinem Magen, weil du genau weißt, dass die Hälfte der Energie wieder für Bullshit-Meetings, Orga-Chaos oder die private Logistik-Hölle deiner Leute draufgehen wird. Du rackerst dich ab, um deinem Team den Rücken freizuhalten, damit sie einfach nur ihren Job machen können und dann schlägst du die Zeitung auf.
Wir seien zu oft krank, arbeiteten zu wenig und flüchteten uns in die Teilzeit. Natürlich hat Friedrichs Partei Ideen für die Lösung parat und diese Ideen stammen aus der Mottenkiste der Industriegesellschaft. Die CDU will strengere Kontrollen bei Krankschreibungen, weniger Schutz bei Teilzeit, mehr Druck zur Vollzeit.
Für jeden, der heute Verantwortung für Menschen trägt, fühlt sich das vermutlich an wie ein Schlag ins Gesicht. Es ist der Versuch, ein hochkomplexes, strukturelles Problem durch individuelle Disziplinierung zu lösen. Das ist so, als würde man versuchen, einen Stau auf der Autobahn aufzulösen, indem man die Autofahrer anschreit, sie sollten doch bitte fester aufs Gaspedal treten. Es ignoriert die Baustelle, die das Problem verursacht. Es ist eine Politik, die Millionen Beschäftigte, die täglich unter widrigen Bedingungen das System am Laufen halten, pauschal unter Generalverdacht stellt.
Wenn Zahlen ohne Kontext Politik machen
Schauen wir uns die Daten an, die Merz als moralisches Druckmittel nutzt. Der Krankenstand steigt tatsächlich. Psychische Erkrankungen machten 2024 bereits 12,5 % der Fehltage aus bei einem Anstieg um 43 % in den letzten zehn Jahren. Dieser Trend zeigt seit 2009 stabil nach oben. Dazu kommen muskuloskelettale Erkrankungen, also die klassischen Rückenschmerzen, weit verbreitet in der Wissensgesellschaft und der körperlich hart Arbeitenden. Die Ausfallquote lag 2024 bundesweit bei etwa 6,5 %, teilweise mit Höchstwerten bis 8,4%. Für 2025 melden andere Quellen stabil hohe Werte um 5,4–5,8%.
Die politische Antwort darauf ist jetzt: “Ihr seid zu weich.” Eine zielführendere Antwort wäre: “Das System ist zu starr.” Wenn ein Motor überhitzt, kann man den Drehzahlbegrenzer ausbauen und hoffen, dass er schneller läuft. Oder man schaut nach dem Öl und der Kühlung. Merz will den Begrenzer ausbauen.
Was mich dabei besonders stört ist dieser Generalverdacht, der impliziert, in Deutschland werde generell nicht genug geleistet. Es ist die Unterstellung einer kollektiven Faulheit. Statt politisch Rahmenbedingungen zu schaffen, wird auf Moralpredigten und Gängelung gesetzt. Satt die Betreuungsinfrastruktur auszubauen, überbordende Bürokratie loszuwerden und die Digitalisierung so voranzutreiben, dass sie Zeit spart statt sie zu fressen, werden die Menschen zu Schuldigen gemacht. Dieser Generalverdacht impliziert, in Deutschland werde generell nicht genug geleistet.
Meine Erfahrung ist dabei, dass die große Mehrheit leisten will und diese Mehrheit würde für die kleine Minderheit büßen, die den Freiraum für Eigenverantwortung missbraucht. Während andere Länder mit weniger Arbeitsstunden mehr Produktivität erzielen, will die CDU uns zurück in eine Kontrollwelt zwingen. Moderne Führungskräfte wissen, dass das scheitern wird. Mündige Menschen brauchen Zutrauen, statt noch mehr Vorschriften und Zwang.
Das Menschenbild: Theorie X als politisches Programm
Warum denkt die Politik so? Ich fürchte, hier liegt ein altertümlich-einseitiges Menschenbild zugrunde. Douglas McGregor beschrieb schon 1960 zwei gegensätzliche Sichtweisen:
- Theorie X geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus arbeitsscheu ist, Verantwortung meidet und nur durch Kontrolle, Belohnung und Bestrafung zur Leistung bewegt werden kann.
- Theorie Y besagt hingegen, dass Menschen Arbeit als Quelle der Zufriedenheit sehen, Eigeninitiative besitzen und unter den richtigen Bedingungen Verantwortung nicht nur akzeptieren, sondern aktiv suchen.
Die aktuellen Forderungen der Union sind “Theorie X” in Reinform, und das 66 Jahre nach ihrer Erstbeschreibung, mitten in einer Ära von KI, globalen Lieferketten und hochkomplexer Wissensökonomie.
Merz’ Frage nach der “Notwendigkeit” von Krankheit ist dabei kein Einstieg in eine notwendige Debatte, sondern vielmehr ein Schuldspruch. Krankheit wird zum moralischen Makel degradiert. Kein Wort zu den Ursachen: Warum melden sich so viele krank? Weil Teams überlastet sind? Weil sich Burnout weiter ausbreitet? Weil Personalmangel chronisch ist? Nein. Die Deutschen seien einfach “zu oft krank“.
Die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ist dafür das perfekte Symbolbild. Sie dient eigentlich dazu, Ärzte und Patienten in einer überlasteten Infrastruktur zu entlasten. Sie zu streichen, schafft keinen einzigen gesunden Mitarbeiter mehr. Sie sorgt lediglich für vollere Wartezimmer, mehr Bürokratie und sendet das fatale Signal: “Wir glauben euch nicht.” Kein Wort zu den Ursachen. Warum melden sich so viele krank? Das spielt keine Rolle. Für Merz sind die Deutschen schlicht “zu oft krank”. Hinter dem Appell nach mehr Arbeit steckt die alte Forderung nach grenzenloser Verfügbarkeit und Durchhaltewillen. Doch kann das in Systemen funktionieren, die Menschen schon jetzt bis an ihre Grenzen der Belastbarkeit bringen?
Lifestyle-Teilzeit und Zwang zur Vollzeit
Besonders perfide wird es bei der Arbeitszeit. “Deutschland muss mehr arbeiten”, lautet das Mantra. Und ja, unser Arbeitszeitrecht stammt aus einer Welt von Webstühlen und Fließbändern und braucht dringend ein Update in Richtung Flexibilität. Aber Merz meint meinem Eindruck nach nicht die Flexibilität für dich als Arbeitnehmer, sondern deine totale Verfügbarkeit für das System.
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) geht noch einen Schritt weiter. Der gesetzliche Rechtsanspruch auf Teilzeit soll radikal gekürzt werden. Er soll nur noch bei “besonderen Gründen” wie Kindererziehung oder Pflege gelten. Wer weniger arbeitet, um auf die eigene Gesundheit zu achten und nicht auszubrennen, um ehrenamtlich tätig zu sein oder schlicht, weil er seine Lebenszeit anders gewichten möchte, soll künftig keinen automatischen Schutz und Recht auf Teilzeit mehr haben. Selbst Sozialleistungen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld sollen nur noch bei nachweisbarer “Härte” fließen.
Gitta Connemann bringt die Haltung auf den Punkt. “Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten.” Nicht, wer mehr arbeiten möchte. Wer die Wahl hat, hat künftig die Pflicht zu liefern. Individuelle Motive werden zur verdächtigen “Lifestyle”-Option degradiert, Vollzeit zur unausgesprochenen moralischen Norm erhoben.
Doch wer beurteilt am Ende dieses “Können”? Wenn wir individuelle Motive unter staatliche Vormundschaft stellen, entziehen wir dem System die wichtigste Ressource der Zukunft, die Eigenverantwortung. Wer Menschen die Wahl nimmt, nimmt ihnen die Mündigkeit. Und unmündige Mitarbeiter sind in einer komplexen Welt schlicht nicht überlebensfähig. Teilzeit ist für viele kein Luxus, sondern die einzige Strategie, um Anforderungen an sie durch die Arbeit in einer defizitären Infrastruktur (Stichwort: Kita-Krise!) überhaupt gesund zu überleben.
Evidenz schlägt Meinung
Während in Deutschland über Zwang debattiert wird, zeigen reale Experimente weltweit, dass die Theorie-Y-Logik weitaus produktiver ist.
- Island: Zwischen 2015 und 2019 testeten 2.500 Beschäftigte die 35-Stunden-Woche. Das Ergebnis: Der Stresspegel sank um 40%, die Zufriedenheit stieg um 25%, und die Produktivität blieb stabil oder stieg sogar.
- Großbritannien: 61 Unternehmen führten 2022 die Vier-Tage-Woche ein. 54 behielten sie dauerhaft bei. Der Umsatz stieg im Schnitt um 35%, Fluktuation und Krankenstände sanken massiv.
- Deutschland: Ein Praxis-Test 2024 mit mehreren Firmen ergab, dass 39% die Vier-Tage-Woche beibehielten, mit stabilen Umsätzen und glücklicheren Mitarbeitern.
Diese Experimente zeigen, dass man auch durch eine Reduktion von Stunden mehr Leistung erzielen kann, wenn man die Rahmenbedingungen so gestaltet, dass Fokus möglich wird. Die CDU-Logik will das Gegenteil. Mehr Stunden in einem kaputten System. Das ist so, als würde man bei einem Auto mit angezogener Handbremse einfach mehr Gas geben. Der Verschleiß steigt, der Fortschritt bleibt minimal.
Strukturarbeit schlägt Kontrolle
Wenn wir über Rahmenbedingungen sprechen, dann bedeutet das Arbeiten “am System”. Hier sind fünf konkrete Ansätze, wie moderne Organisationen heute manche Probleme lösen, bei denen die Politik mit ihren Kontroll-Fantasien und Moralpredigten scheitert:
Die Meeting-Diät
Viele Krankmeldungen wegen Überlastung resultieren nicht aus zu viel Arbeit, sondern aus zu viel abstimmungsbedingter Wartezeit.
- Das Problem: Mitarbeitende sitzen 30 Stunden pro Woche in synchronen Meetings und müssen die eigentliche Arbeit in der Randzeit oder mit Überstunden erledigen. Das macht krank.
- Der Struktur-Hack: Einführung von “Fokus-Tagen” oder die Umstellung auf asynchrone Kommunikation (zum Beispiel Status-Updates schriftlich statt im Call).
- Die Wirkung: Wer 10 Stunden Meeting-Zeit pro Woche streicht, gibt den Menschen mehr Kontrolle über ihren Tag zurück. Das senkt den Stresslevel massiv, ohne dass jemand zum Arzt muss.
Hier gibt es mehr Gedanken zu besserem Umgang mit Meetings.
Pull-Prinzip statt Push-Management
Burnout entsteht oft dann, wenn Arbeit von oben “reingedrückt” wird (Push), ohne Rücksicht auf die aktuelle Kapazität.
- Das Problem: Ein Team ist zu 100% verplant. Jede zusätzliche Aufgabe führt zum Systemkollaps.
- Der Struktur-Hack: Einführung von Kapazitätsgrenzen (Work-in-Progress Limits). Das Team entscheidet selbst, wann es eine neue Aufgabe “zieht” (Pull). Ist das Limit erreicht, muss die Führung priorisieren: Was fällt weg, damit das Neue übernommen werden kann?
- Die Wirkung: Verantwortung wird dort übernommen, wo die Arbeit stattfindet. Das verhindert die chronische Überlastung, die Merz mit Kontrollen bekämpfen will.
Hier ein paar weitere Gedanken zur Gestaltung von Arbeit in Teams.
Ergebnis-Fokus statt Anwesenheits-Kult
Teilzeit wird oft als “Problem” gesehen, weil Führung noch immer Anwesenheit mit Leistung verwechselt.
- Das Problem: Wer 30 Stunden arbeitet, gilt als “weniger engagiert”, obwohl er oft produktiver ist als der 40-Stunden-Absitzer.
- Der Struktur-Hack: Management by Objectives (oder OKRs), kombiniert mit radikaler Flexibilität des Arbeitsortes. Wenn das Ziel (Outcome) erreicht wird, ist es dem System egal, ob dafür 25 oder 40 Stunden notwendig waren.
- Die Wirkung: Teilzeit verliert das Stigma der “Lifestyle-Option” und wird zu einer effizienten Form der Ressourcennutzung.
Ein paar Gedanken zu Outcome statt Output und einen neuen Leistungsbegriff.
Entstörung von Nahtstellen
Ein hoher Krankenstand ist oft ein Signal für Reibungsverluste an den Nahtstellen der Organisation.
- Das Problem: Mitarbeitende müssen für jede Entscheidung drei Unterschriften einholen. Das frustriert und lähmt.
- Der Struktur-Hack: Entscheidungsbefugnisse werden dorthin verlagert, wo die Information liegt. Wer am Kunden arbeitet, darf bis zu einem gewissen Rahmen selbst entscheiden.
- Die Wirkung: Selbstwirksamkeit ist die beste Medizin gegen psychische Fehlbelastungen. Wer wirksam ist, meldet sich seltener krank.
Transparente Kapazitätsplanung statt Heldenkult
In vielen Systemen werden die bestraft, die am schnellsten arbeiten, indem sie noch mehr Arbeit bekommen, bis sie dann irgendwann umkippen.
- Das Problem: Überlastung ist unsichtbar, bis das Attest auf dem Tisch liegt.
- Der Struktur-Hack: Ein transparentes Board, auf dem alle Aufgaben und Belastungen für jeden sichtbar sind.
- Die Wirkung: Wenn das System zeigt, dass es voll ist, kann Führung rechtzeitig gegensteuern (Prozesse stoppen, Hilfe holen). Das ist echte Prävention, die kein Kontrollgesetz der Welt ersetzen kann.
Die 90/10-Regel: Warum wir die Falschen bestrafen
Natürlich gibt es Menschen, die das System ausnutzen. Es gibt “Drückeberger”, die Eigenverantwortung als Freibrief für Untätigkeit missverstehen. In jedem Unternehmen gibt es das. Jede Führung kennt das. Studien zur Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan schätzen, dass rund 90% der Menschen auf Autonomie, Kompetenzerfahrung und Zugehörigkeit mit gesteigerter intrinsischer Motivation reagieren. Die restlichen 5 bis 10% brauchen andere Ansätze, klare Konsequenzen oder engere Führung. Niemand leugnet das.
Das Kernproblem der CDU-Position ist, dass sie diese 90% wegen der 10% unter Generalverdacht stellt. Das ist kontraproduktiv und dumm. Denn die Mehrheit steckt in realen Zwängen. Sie melden sich krank, weil das System sie krank macht (1,8 Millionen offene Stellen 2025 führen zu Dauerüberlastung!). Sie wählen Teilzeit, weil Vollzeit mit Familie und Gesundheit oft nicht vereinbar ist. Eine reife Politik würde präzise intervenieren:
- Hinschauen im Detail: Wo findet echter Missbrauch statt? Dort präzise eingreifen.
- Mündigkeit zutrauen: Den 90% die Freiheit lassen, ihre Arbeit so zu organisieren, dass sie gesund bleiben.
- Ausnahmen managen: Klare Regeln für die, die Eigenverantwortung nicht tragen können, ohne die anderen dafür büßen zu lassen.
Kontrolle erzeugt Sekundär-komplexität
Systeme organisieren sich selbst. Wenn wir versuchen, sie von außen durch harte, misstrauensbasierte Regeln zu steuern, erzeugen wir “Sekundärkomplexität”. Was das bedeutet? Jede neue Regel braucht eine Prüferin, jeder Prüferin einen Prozess, jeder Prozess ein Formular und so weiter. Am Ende beschäftigt sich das System mehr mit sich selbst, als mit der Umwelt (also den Bürgern oder Kunden).
Die Ideen von Merz sind Brandbeschleuniger für diese bürokratische Kernschmelze. Mehr Prüfverfahren für Krankschreibungen, mehr Nachweise für Teilzeit und so weiter und so fort. Das bindet Kapazitäten bei Ärzten, Arbeitgeberinnen und Behörden. Es erhöht die Reibung im Getriebe und senkt das Vertrauen. Und Vertrauen ist systemisch betrachtet der stärkste Komplexitätsreduzierer, den wir haben. Wenn Vertrauen fehlt, explodieren die Kosten für Absicherung.
Zutrauen als Skalierungsmodell
Moderne Führungskräfte arbeiten längst anders. Sie fragen nicht: “Warum bist du krank?”, sondern “Wo überlastet das System dich gerade?”
- Sie verstehen, dass Menschen nicht aus Bosheit “rumlungern”, sondern weil Rollen unklar sind.
- Sie wissen, dass Zutrauen kein Kuschelkurs ist, sondern die Voraussetzung für Hochleistung.
- Sie nutzen “Inspect & Adapt”: Expeditionen wagen, Daten messen, Strukturen anpassen.
Was in innovativen Organisationen funktioniert, lässt sich direkt auf die Gesellschaft übertragen. Wir brauchen keine “Generalverdacht-Politik”. Wir brauchen eine Politik als Gestalterin:
- Rahmenbedingungen als Enabler: Kitas, Pflege und Digitalisierung als echte Infrastruktur-Investitionen, nicht als Almosen.
- Mündigkeit zutrauen: Bürger als fähige Akteure behandeln, die über Arbeitsmodelle und Zeiteinteilung selbst entscheiden, weil sie die Konsequenzen am besten kennen.
- Zuwanderung als Partnerschaft: Fachkräfte kommen nur, wenn sie mündig behandelt werden, statt sie durch bürokratisches Misstrauen abzuschrecken.
Was du tun kannst
Wir müssen nicht auf die Politik warten. Ehrlich gesagt, sollten wie es auch nicht. Was sich dort gerade an Arbeitsmarkt-Ideen anbahnt, liefert keine Antworten auf unsere Probleme, es verwaltet nur den Status Quo mit mehr Druck. Die Systeme, in denen wir uns täglich bewegen, können wir im Kleinen selbst gestalten. Egal, ob du ein Team leitest oder Teil eines Teams bist, fang hier an:
- Entrümple deine (und eure) Zeit: Hinterfrage das nächste Meeting, zu dem du eingeladen wirst oder das du selbst ansetzt. Braucht es wirklich den synchronen Termin? Schlag vor, ein wöchentliches Meeting ersatzlos zu streichen oder in ein kurzes schriftliches Update umzuwandeln. Probier es aus und schau nach zwei Wochen: Ist die Welt untergegangen? Wahrscheinlich nicht, aber ihr habt alle wieder Luft zum Atmen gewonnen.
- Mach Überlastung für alle sichtbar: Hör auf, Stress als persönliches Schicksal zu tragen. Nutzt ein einfaches Board (wie Kanban), um zu zeigen, wer woran arbeitet. Wenn jemand “rot” blinkt, weil der Tisch zu voll ist, dann ist das kein individuelles Versagen, sondern ein Systemfehler. Wir müssen aufhören zu sagen “Ich schaff das schon irgendwie” und anfangen zu sagen: “Das System ist gerade überlastet, wir müssen priorisieren.”
- Feiere “Ergebnis-Helden”: Wir müssen den Kult um die bloße Anwesenheit beenden. Wer in 30 Stunden das gleiche Ergebnis liefert wie andere in 45, hat keinen “Lifestyle-Vorteil”, sondern arbeitet hocheffizient. Lobt die Effizienz, nicht das lange Lichtbrennen im Büro. Machen wir den Outcome zur neuen Norm, nicht die reine Verfügbarkeit.
Du machst den Unterschied
Die Debatte um “mehr Arbeit” und “weniger Krankheit” ist eine Debatte über ein gestriges Menschenbild. Friedrich Merz mag die Schlagzeilen damit beherrschen, aber wir haben Hebel in der Hand. Wir entscheiden jeden Tag, ob wir uns gegenseitig kontrollieren oder ob wir Systeme bauen, in denen Zutrauen und Wirksamkeit den Ton angeben. Und Zutrauen skaliert besser, als Kontrolle und Druck. Fang bei dir an. Fang in deinem Team an.
Was meinst du? Welchen dieser Schritte gehst du als Erstes an? Oder hast du schon eine Struktur entstört, die euch allen das Leben leichter macht?
(Das Bild ist mit Perplexity generiert.)