Ein kurzer Dialog zwischen einem Chef alter Schule (nennen wir ihn Donald T.) und einem Systemtheoretiker (nennen wir ihn Niklas L.).

Donald T.:
„You just gotta be yourself. That’s the secret. People want authenticity. No filter. Just the real deal!“
Niklas L.:
„Und was genau ist dieser ‚Real Deal‘? Das Ich, das Sie beim Frühstück sind? Oder das Ich vor der Kamera? Oder das Ich, das Sie sein wollen?“
Donald T.:
„It’s all me! I’m just always myself. That’s what people love.“
Niklas L.:
„Was Sie „selbst“ nennen, ist keine feste Größe. Wir nennen das ein Selbst-Beschreibungsangebot. Sie bieten etwas an und andere entscheiden, wie sie es deuten.“
Donald T.:
„So I’m not real?“
Niklas L.:
„Real schon, aber nicht authentisch im Sinne von unabhängig. In sozialen Systemen entsteht Identität aus Erwartungen. Man spielt Rollen, und zwar nicht als Täuschung, sondern weil Kommunikation sonst nicht funktioniert.“
Donald T.:
„But that sounds fake. People don’t want fake leaders.“
Niklas L.:
„Es ist nicht fake. Es ist funktional. Wer führt, muss anschlussfähig handeln. Nicht weil er „echt“ ist, sondern weil er die Situation versteht und andere mitdenkt.“
Donald T.:
„But I speak my mind. Always. That’s strong leadership.“
Niklas L.:
„Oder ein Mangel an Selbstreflexion. Führung bedeutet nicht, dass man sich ausdrückt, sondern dass man erkennt, was andere brauchen, um handlungsfähig zu bleiben.“
Donald T.:
„Sounds complicated.“
Niklas L.:
„Nein. Es ist verantwortlich. Denn „du selbst sein“ reicht nicht, wenn du eine Funktion in einem System erfüllst, in dem es nicht nur um dich geht.“
Fazit
„Du musst nur du selbst sein“ klingt befreiend. In Organisationen ist das Ich immer ein soziales Produkt. Führung beginnt nicht dabei, sich selbst auszudrücken, sondern beim Verstehen.
(Den Dialog und die Bilder habe ich mit KI-Unterstützung erstellt.)