Vertrauen: erst geben, dann erhalten

Karl-Erik Sveiby ist ein schwedischer Wissenschaftler im Wissensmanagement. Er sagte mal, dass Vertrauen die Bandbreite der Kommunikation sei. Anders könnte man auch sagen: Wenn du der Quelle nicht vertraust, dann bekommst du aus dieser Quelle keine Informationen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Spam-Mails, bei denen das fehlende Vertrauen sogar in technischen Lösungen wie Spam-Filtern endet. Wenn ich dem Absender der E-Mail nicht vertraue, glaube ich nicht an die Inhalte der E-Mail und beziehe daraus keine Informationen. Der Austausch von Informationen – das Geben und Annehmen und das Vertrauen in diese Informationen  ist eine Grundlage für eine effiziente Zusammenarbeit. Vertrauen bleibt also in der Zusammenarbeit die wahrscheinlich wichtigste Grundlage.

Kein Problem, werden die meisten sagen – wenn mir jemand vertrauensvoll erscheint, dann vertraue ich der Person auch. Üblicherweise hört man Aussagen wie: Beweise mir erst, dass ich dir vertrauen kann und dann vertraue ich dir auch.

Tom DeMarco – bekannter Autor von „Der Termin: Ein Roman über Projektmanagement“ oder „Wien wartet auf Dich! Der Faktor Mensch im DV-Management“ (im Original heißt das Buch „Peopleware„) – findet dazu klare Worte. Er sagt: „Erzähl das deinen Kindern, aber es ist eine Lüge.“ Es sei genau anders herum.

Vertrauen muss bereits vor einem Vertrauensbeweis entgegengebracht werden. Wer zuerst Vertrauen schenkt, der wird anschließend Vertrauen gewinnen. Professionelles Arbeiten reiche dabei nicht aus für das Entstehen wechselseitigen Vertrauens, hierfür sei soziale Interaktion notwendig.

Eine anspruchsvolle aber um so wichtigere Aufgabe von Managern wie Teamleitern, Projektleitern oder Scrum Mastern ist es, eine vertrauensvolle Arbeitsumgebung für höchst produktive Teams zu entwickeln und für gute soziale Interaktionen zu sorgen. Noch schwerer wird die Aufgabe bei Teams, die über verteilten Standorte hinweg gemeinsam gute Ergebnisse liefern müssen. Verhindern wird verteiltes Arbeiten aber zukünftig immer weniger. Arbeit von möglichst schlagkräftigen Teams, die nicht immer zwingend an einem Ort gemeinsam sitzen, wird immer wichtiger. Die Aufgabe, die Zusammenarbeit positiv zu gestalten um es den Mitarbeitern leichter zu machen, Vertrauensvorschuss zu geben, gewinnt auch durch neue Team-Modelle an Bedeutung. Zu unterschiedlichen Arten von Teams schreibe ich etwas in einem kommenden Blog-Beitrag.

Weitere Blog-Beiträge zum Thema Vertrauen habe ich bereits in der Vergangenheit formuliert.

 

2 Comments

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  1. Vertrauen bleibt dabei ein Geschenk und kann zu einer Grundhaltung werden. Ist es nicht die wahre Kunst denen zu vertrauen, die einem beim ersten Eindruck nicht als vertrauenswürdig erscheinen?

  2. Ich finde den Vergleich mit SPAM sehr gewagt.
    Vertrauen schenken wir, so glaube ich, immer auf Basis der ersten Eindrücke. Somit geht mein Gegenüber schon etwas mit seiner Art und seiner Selbstdarstellung in Vorleistung. Dennoch muss ich dazu bereit sein mich zu öffnen, um eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen zu können. Da hast Du durchaus recht!

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