Schlau werden durch blöd fragen

Frag doch nicht so blöd, will man meinen. Aber warum eigentlich nicht? Gibt es überhaupt blöde Fragen? Schon in der Kindersendung „Sesamtstraße“ heißt es im Titellied: „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm“. Was für Kinder gilt, gilt auf abstrakterer Ebene auch für Erwachsene. Blöd sind dabei Fragen eigentlich nur, wenn sie offensichtlich rhetorisch sind oder aus anderen Gründen nicht den Zweck haben, Unklares zu klären.

Viel zu oft beschränken wir uns auf unsere eigenen Annahmen und wie oft treffen die eigenen Annahmen nicht das Verständnis der Anderen? Eigene Annahmen zu treffen wiegt einen selbst in einer falschen Sicherheit. Annahmen sind nicht hinterfragte „persönliche Wahrheiten“ und diese persönlichen Wahrheiten sind subjektiv. Jeder hat seinen eigenen Blickwinkel auf die Dinge.

Der Wert, Fragen zu stellen anstatt Annahmen zu treffen, wird offensichtlich, wenn neue Mitarbeiter in Teams kommen, die sich trauen zu fragen, was sie nicht wissen oder sich nicht sicher sind. Auch neue Scrum Master oder externe Berater, neue Kundenbetreuer oder Entwickler profitieren davon, dass sie keine Annahmen treffen (können), sondern fragen müssen, bis sie verstanden haben. Erfahrenen Menschen wird das Fragen stellen oft als Schwäche ausgelegt („das musst du doch wissen“) und von diesen auch deswegen zu oft vermieden. Dabei können gerade erfahrene Menschen sehr spannende Fragen stellen, deren Beantwortung in der Regel mehr wert ist als die Annahme Einzelner.

Annahmen zu treffen verhindert Fragen zu stellen. Sei clever: Werde schlau, stell blöde Fragen. Frage so lange, bis du verstanden hast und frage so lange weiter, bis nicht nur du verstanden hast, sondern bis ein gemeinsames Verständnis besteht um einfacher alleine oder gemeinsam das Richtige tun zu können.

Anmerkung: Eine gute Technik, Dingen durch einfache Fragen auf den Grund zu gehen, kann beispielsweise die 5-Why-Methode sein. (Beschreibung auf Englisch in Wikipedia)

One Comment

Leave a Comment
  1. Guten Artikel… zum Nachdenken und Aufrütteln !

    > Was für Kinder gilt, gilt auf abstrakterer Ebene auch für Erwachsene.

    Ich würde sogar schreiben:
    Was für Kinder gilt, gilt auf insbesondere auch für Erwachsene.

    Danke für Deinen Impuls

    CU
    Boeffi

Schreibe deinen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Achtung: Ich erkläre mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.
Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten.