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Management 2.0 MOOC – (m)ein Fazit Teil 2

Ein Management alter Schule mit Zuckerbrot und Peitsche passt längst nicht mehr in die komplexer werdende Wissensgesellschaft von heute. Starre Top-Down-Strukturen erfüllen die Forderung an immer schnellere Reaktionszeiten nicht. Technologischer Wandel, die viel stärkere Vernetzung und das große Selbstbewusstsein der Generation Y bieten nicht nur neue Möglichkeiten, sondern erfordern auch andere Strukturen in Unternehmen, dem Management und der Personalführung.

Der Vordenker Gary Hamel hat längst sein Bild vom Management 2.0 gezeichnet. In einem von Cogneon organisierten neuen Lernformat – einem Massive Open Online Course zum Thema Management 2.0 – haben sich deutschlandweit unterstützt von einigen Experten viele Interessierte zum Thema Management 2.0 mit den unterschiedlichen Schwerpunkten Lernen, Projektmanagement, Innovation, Enterprise, Kommunikation und Führung ausgetauscht.

Im ersten Teil meines Fazits habe ich mich dem Lernformat MOOC selbst gewidmet. In Teil zwei geht es um das Thema Management 2.0 an sich.

Was macht Management 2.0 aus?

Schnelle Reaktionsfähigkeit ist die größte Herausforderung für Unternehmen heute. Ein Management 1.0 (also Management alter Schule) kann den Anforderungen der Wissensgesellschaft von heute an vielen Stellen nicht mehr gerecht werden. Schlanke Prozess, viele schnelle und gute Entscheidungen Vieler sowie einsatzbereite und motivierte Mitarbeiter sind eine Antwort darauf. Management 2.0 wird hierbei helfen.

Management 2.0 ist viel weniger eine Sammlung von Methoden und Prozessen. Methoden und Prozesse können und sollten ein modernes Management unterstützen. Management 2.0 beschreibt eher eine zum Management 1.0 radikal veränderte Form des Managements, die eine andere Grundhaltung basierend auf einem bestimmten Wertesystem und Menschenbild voraussetzt, in der Vertrauen eine maßgebliche Rolle spielt. Die Grundhaltung basierend auf den 12 Prinzipien Offenheit, Gemeinschaft, Leistungsgesellschaft, Aktivismus, Zusammenarbeit, Bedeutung, Autonomie, Serendipität, Dezentralisierung, Experimentieren, Geschwindigkeit und Vertrauen (abgeleitet aus dem Web 2.0) hat Einfluss auf alle Teile und Aufgaben des Managements – von Lernprozessen über das Management selbst bis hin zu Führungsfragen. In allen Bereichen rücken die Menschen stärker in den Mittelpunkt. Dabei muss das Management eine steuer- aber nicht kontrollierbare Unschärfe in der Planung akzeptieren und dieser Unschärfe stärker führend als organisierend begegnen.

Die Komplexität des Managements steigt nicht nur durch die notwendige schnelle Reaktionsfähigkeit und die viel stärker wissensbasierte Arbeit unserer Gesellschaft, sondern auch durch den Anspruch der Mitarbeiter, mit ihren individuellen Wünschen, Zielen und Vorstellungen ernst genommen zu werden und der sinkenden Bereitschaft, sich lange in nicht zufriedenstellenden Umgebungen aufzuhalten. Motivation der Mitarbeiter entsteht dabei durch Befriedigung bei der Arbeit selbst und hier spielen neben einem fairen Gehalt als entscheidende Grundlage andere Faktoren als Geld wie Wertschätzung, Atmosphäre, Image des Unternehmens oder Arbeitsumgebung eine große Rolle.

Wenn Management 2.0 als moderne Form von Unternehmensführung den Menschen in den Mittelpunkt stellt, gewinnt auch Personalführung eine viel größere Rolle. Die Aufgabe des Managements wandelt sich von der reinen Anweisung und Kontrolle hin zu einer stärkeren visionären Unternehmens- und Mitarbeiterführung und der Unterstützung der Mitarbeiter. Manager müssen sowohl Mitarbeiter als auch Kunden ernst nehmen und wertschätzen. Die eigenen Mitarbeiter brauchen Freiraum in einem klar definierten Rahmen, um ihre Arbeit eigenständig effizient gestalten können. Gewinnbringend zu arbeiten entwickelt sich vom Selbstzweck zur selbstverständlichen Grundlage für die Beschäftigung zufriedener Mitarbeiter und der schnellstmöglichen Belieferung zufriedener Kunden.

Mehr zum Thema Management 2.0

Im Rahmen des Management 2.0 MOOCs gab es zu den unterschiedlichen Themen von unterschiedlichen Experten Thesenpapiere. Auf Basis dieser Papiere und der Diskussionen zu den Themen habe ich für meine Kollegen eine Management 2.0 Zusammenfassung inklusive einiger Ansätze formuliert, die ich auch hier als PDF zum Download anbiete.

Weiterer Input zum Thema Management 2.0

Vielen Dank an die folgenden Autoren für den spannenden und lehrreichen Input durch ihre Positionspapiere.

Management 2.0
Management 2.0 Hackathon Report (PDF)

Lernen 2.0
Werner Sauter – Positionspapier bei Scribd
Jochen Robes – Positionspapier bei Scribd

Projekt 2.0
Björn Schotte – Positionspapier bei Scribd
Boris Gloger – Positionspapier bei Scribd
Heinz Erretkamps – Positionspapier bei Scribd

Innovation 2.0
Andreas Volek – Positionspapier bei Scribd
Catharina Van Delden – Positionspapier bei Scribd
Stephan Grabmeier – Positionspapier bei Scribd
Tim Schikora – Positionspapier bei Scribd

Enterprise 2.0
Michael Koch – Positionspapier bei Scribd
Stefan Smolnik – Positionspapier bei Scribd
Harald Schirmer – Positionspapier bei Scribd

Kommunikation 2.0
Carsten Rossi – Positionspapier bei Scribd
Thomas Pleil – Positionspapier bei Scribd
Christof Hafkemeyer – Positionspapier bei Scribd

Führung 2.0
Alexander Richter – Positionspapier bei Scribd
Thorsten Petry – Positionspapier bei Scribd
Peter Pawlowski – Positionspapier bei Scribd

2 Comments

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  1. Denkbar wäre vielleicht das: Die Chancen, dass sich die Werte von Management 2.0 und damit eine Veränderung im Management durchsetzt, erhöht sich, wenn einen weil die Mitarbeiter von morgen in “Wissensberufen” diese Werte mit vertreten und ein anderes Management nicht mehr akzeptieren und wenn die in vielen Sparten erforderliche immer schnellere Reaktionsfähigkeiten eine andere Art des Managements nicht mehr zulässt.

    Zum Unterschied von mgmt2.0 und mgmt3.0 kann ich noch nichts sagen – auf meine Frage im MOOC, was der Unterschied sei, habe ich die Antworten so verstanden, dass es keinen großen Unterschied gebe.

    Mir geht es auch viel weniger um ein Label, als um veränderte Grundwerte – egal wie die dann heißen. Und um die Annahme, dass sich ändernde Rahmenbedingungen auch in verändertem Management wiederspiegeln wird.

    Ich vermute, dass Jurgen Appelos Ansätze stärker an agilen Ansätzen orientieren und damit vielleicht an einigen Punkten etwas weiter gehen – insgesamt aber auf gleichen Werten basieren. Kann jemand etwas konkreteres dazu sagen?

  2. Hm … all das ist sicher erstrebenswert …. wenn auch bereits seit einigen Jahrzehnten immer wieder so gefordert und allzu selten umgesetzt. Dennoch: Es macht Sinn, es immer wieder zu artikulieren.
    Was aber bietet das sich derzeit ebenfalls bei allen Gelegenheiten zeigende “Management 3.0″ von Appelo mehr als dieses “Management 2.0″?
    Zunehmend habe ich Mühe mit all diesen Labels… siehe dazu auch “Taugt “Mensch 1.0″ (homo sapiens sapiens) für die “Industrie 4.0″?” in https://www.xing.com/net/pridfe23ex/changemanagement/soziale-kompetenz-106/taugt-mensch-1-0-homo-sapiens-sapiens-fur-die-industrie-4-0-45501282/45501282/#45501282

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