Gestresst, weil Erwartungen nicht erfüllt wurden?

Heute regnete es in Strömen und der deutsche Comedian Dieter Nuhr schrieb dazu „Neuer Weg zur Zufriedenheit: Stelle mir vor, es wäre Winter. Dann wäre das Wetter gar nicht soooo schlecht.“ Und bekanntermaßen steckt in jedem Witz auch ein Fünkchen Wahrheit.

Etwas länger hat sich Autor Peter Bregman (Autor des Buchs „18 Minutes: Find Your Focus, Master Distraction, and Get the Right Things Done“ mit dem Thema „Erwartungsmanagement“  in seinem Blogbeitrag „The Best Strategy for Reducing Stress“ vom 10.07.2012 auseinandergesetzt.

Dabei geht es um die Frage, wie schnell sich Erwartungen manifestieren, welchen negativen Einfluss auf die Stimmung es hat, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden und wie sich in solchen Situationen Stress vermeiden lässt. Peter Bregman zitiert dabei den amerikanische Comedian Louis C.K. aus einem Interview in dem er diesen Zustand gut darstellt und feststellt, „wie schnell die Welt einem etwas schuldig wird, von dem man erst seit 10 Sekunden weiß, dass es existiert“. Wir erwarten immer mehr, nicht nur von unserer Technologie sondern auch von uns selbst und den anderen. „Erwartungsmanagement“ spielt also eine immer größere Rolle für die Reduktion von Stress und eine größere Zufriedenheit.

Letztendlich gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten mit Situationen umzugehen, in denen die eigenen Erwartungen ich erfüllt werden. Entweder versucht man, die Realität mit der man nicht zufrieden ist zu ändern, oder man ändert die Erwartungen an die Realität.

Die Realität zu ändern ist oft sehr schwer. Versucht man sich dennoch, gegen die Realität zu stellen und sie hin zu den eigenen Erwartungen zu ändern, wird Stress nicht reduziert, sondern eher weiter aufgebaut. Wenn zusätzlich die Erwartung an sich, die Realität ändern zu können, besteht, steigert sich der Stress weiter, da weitere Erwartungen dazu kommen, die schwer oder teilweise gar nicht zu erfüllen sind.

Vielleicht nicht einfacher, aber letztendlich sicherlich ergebnisreicher ist der Weg, die eigenen Erwartungen zu ändern. Wenn das im ersten Schritt nicht geht, dann sollte man zumindest versuchen, eine andere Perspektive zur Realität einzunehmen. Es fällt einem sicherlich nicht immer leicht, kann aber die bessere Lösung sein, sich damit abzufinden, dass man nicht immer bekommen wird, was man erwartet.  Dabei kann es helfen festzustellen, dass wir oft versuchen perfekt zu sein in Bereichen, in denen Perfektion nicht nötig oder realistisch oder sogar hilfreich ist.

Der US-amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr hat in der Zeit des zweiten Weltkriegs (so vermutet man) sein Gelassenheitsgebet verfasste, das sich ähnlich mit dem Thema beschäftigt. Hier heißt es:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

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